Behandlung

Im Prinzip hat jede einzelne Schiene (Aligner) eine bestimmte Programmierung zur Veränderung der Zahnstellung, pro Schiene um ca. 0,3 mm und 1°. Dadurch ergibt sich je nach Schweregrad eine Gesamtanzahl der zu tragenden Schienen. Da die Aligner alle 10 Tage gewechselt werden, ergibt sich ein einfaches Rechenbeispiel.

Mit Hilfe eines speziellen Computergrafik-Verfahrens von 3shape wird ausgehend vom Ist-Zustand der Zahnreihen, der in Kiefermodellen festgehalten wird, ein vorher bestimmtes Behandlungsziel dreidimensional dargestellt und in einzelne Behandlungsphasen unterteilt. Für jede dieser Phasen werden dann die einzelnen individuellen Schienen produziert, die jeweils ca. 10 Tage lang getragen werden. In dieser Zeit werden die Zähne durch Druckausübung kontinuierlich in die vorher errechnete Richtung bewegt. Dann folgt die nächste Schiene, bis das gewünschte Behandlungsziel erreicht ist. Die Dauer der Behandlung liegt je nach Grad der Fehlstellung üblicherweise zwischen ca. 3 und 8 Monate.

Vorher / Nachher

Indikationen Zauberschiene™

Die großen Vorteile der Therapie mit Alignern bestehen in der uneingeschränkt möglichen Mundhygiene und in der Tatsache, dass sie fast unsichtbar sind. Auch die Phonetik ist vergleichsweise unproblematisch; somit stellt die Aligner-Technik eine Bereicherung für das kieferorthopädische Behandlungsspektrum bezüglich Berufsgruppen dar, die ästhetisch und phonetisch besondere Ansprüche haben. Außerdem zeigen Untersuchungen, dass sich das anfängliche Tragen für den Patienten im Vergleich zu festsitzenden Apparaturen weniger unangenehm gestaltet.

Als nachteilig ist anzusehen, dass Schienen bezüglich des Kraftansatzes am Zahn prinzipiell nicht die gleiche Möglichkeit haben wie festsitzend arbeitende kieferorthopädische Techniken. Wo nötig, müssen deshalb zusätzliche Attachments wie z. B. auf dem Zahn mit Komposit-Technik adhäsiv befestigte Knöpfe verwendet werden, um einen Zahn räumlich zu bewegen, also nicht nur zweidimensional zu kippen. Letztendlich ist auch die Kombination mit festsitzenden Apparaturen möglich, wodurch sich das Indikationsspektrum nahezu beliebig erweitern lässt.

Die Bandbreite der Anwendungsmöglichkeiten bewegt sich zwischen einfachen (5 bis 10 Aligner) und ausgeprägten (20 Aligner) Zahnstellungskorrekturen; letztere können z. B. nach Zahnextraktionen nötig werden. Der Haupteinsatzbereich liegt bei folgendem Korrekturbedarf, wobei eine stabile neutrale Interkuspidation vorausgesetzt wird:

• mittelgradiger Engstand der Frontzähne
• mittelgradiger Lückenstand der Frontzähne
• Protrusion der Frontzähne
• Retrusion der Frontzähne
• geringgradige Intrusion
• geringgradige Extrusion: hier werden zusätzlich die oben erwähnten Attachments und Elastics verwendet
• Vorbehandlung für spätere prothetische Behandlungen


Das Verfahren

Bei der Aligner-Technik handelt es sich um ein kieferorthopädisches Verfahren zur Beseitigung von Zahnfehlstellungen mit Hilfe einer Serie von herausnehmbaren transparenten Kunststoffschienen.

Jeder Aligner hat eine Tragezeit von 10 Tagen. Mit jedem Aligner ändern sich Stärke und Richtung der auf die Zähne wirkenden Kräfte minimal, so dass ein Hinführen auf das Behandlungsziel in vielen kleinen Einzelschritten (ca. 1° und 0,3 mm) erfolgt. Je nach Schweregrad der zu behandelnden Fehlstellung ergibt sich ein Bedarf der zu tragenden Schienen. Die Schienen müssen täglich mindestens 22 Stunden lang getragen werden, Ausnahmen sind also nur die Mahlzeiten nebst intensiver Mundhygiene und besondere Anlässe. Die Behandlungsdauer erstreckt sich über 3 bis 8 Monate.

Die einzelnen Schritte

• Erstellen des Befundes über die vorliegende Zahnfehlstellung und Planung der Behandlung
• Abformungen von Ober- und Unterkiefer
• Bissnahme zur Übertragung der Lagebeziehung zwischen Ober- und Unterkiefer
• Scannen der Abformungen
• computergestützte 3D-Simulation der geplanten Zahnstellungskorrekturen
• Herstellung der Schienenserie auf Basis der vom Kieferorthopäden eingesandten PLanungsunterlagen
• Einsetzen des ersten Aligners am Patienten, Anweisungen zum Trageverhalten
• Regelmäßige Verlaufskontrollen